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Schicke, aber teure Maus mit Konstruktionsfehlern

Angetestet: Microsoft Arc Touch Mouse

Kann man von vergleichsweise gewöhnlichen Hardwarekomponenten, wie einer PC-Maus noch viel Innovatives erwarten? Eigentlich sollte man ja meinen, dass die Keyplayer im Markt alles Machbare bereits ausgeschöpft hätten. Doch immer wieder versuchen sich die Hersteller an Neuerungen, deren Nutzen manchmal recht zweifelhaft ist und die daher oft nicht den erhofften Verkaufserfolg bringen. Auch Microsoft experimentiert gerne mal mit vermeintlich innovativen Produkten herum. Ein solches Produkt habe ich nun einige Wochen im Alltagseinsatz getestet und hier ist mein Urteil.

Ungewöhnlich in vielerlei Hinsicht

Microsoft Arc Touch Mouse - einsatzbereitHält man den Karton der Microsoft Arc Touch Mouse in Händen, wundert man sich erst einmal, dass er so flach ist. Da soll eine Maus hineinpassen? Und auch der erste Blick auf die Abbildung lässt einen zunächst noch zweifeln. Doch des Rätsels Lösung zeigt sich, sobald man das Eingabegerät ausgepackt hat: Über ein integriertes Gelenk kann man die Maus in eine ergonomische Biegung bringen. Mit spürbaren Knacken rastet das Gelenk ein. Ich hatte so meine Bedenken, ob diesem Mechanismus eine lange LebeMicrosoft Arc Touch Mouse - ausgeschaltetnsdauer beschienen sein würde, aber bisher funktioniert es einwandfrei. Ach ja, neben dem platzsparenden Effekt, hat das Abknicken auch noch eine durchaus sinnvolle Funktion: Liegt die Maus flach, ist sie batterieschonend ausgeschaltet.

Drin und drum

Aber zunächst einmal Grundlegendes. Die Arc Touch Mouse wird mit einem Mikro-USB-Funkempfänger und zwei AAA-Alkalibatterien geliefert. Das Handbuch ist mager, jedoch benötigt man auch nicht mehr. Treiber müssen nicht notwendigerweise installiert werden (zumal keine im Lieferumfang enthalten sind). Einfach den Empfänger in einen freien USB-Anschluss stecken und schon installiert sich der Treiber (zumindest unter Windows 7, das ich zum Testen verwendet habe) automatisch. Das Design ist überaus edel und macht auf dem Schreibtisch richtig was her. Lieferbar sind die Farben schwarz und dunkelrot.

Der erste Eindruck

Die ersten Versuche startete ich im Internet-Browser. Mausbewegung, Scrollen, Klicken, eben alles, was man so mit einer Maus macht. Zunächst fiel mir dabei die Leichtgängigkeit beim Bewegen auf. Obwohl die Maus geringfügig schwerer zu sein scheint, als andere Vertreter ihrer Art, gleitet sie doch fast schwerelos über meine Tischplatte (ich benutze kein Mousepad). Vielleicht liegt es ja an den ziemlich breiten Gleitflächen an der Unterseite, genau kann ich das nicht sagen, aber es war auf jeden Fall schon einmal eine angenehme Überraschung. Anders jedoch wirkte die gefühlte Ergonomie. Im Gegensatz zu herkömmlichen, abgerundeten Mäusen hat man hier trotz der Biegung irgendwie etwas Kantiges in der Hand, das sich nicht so recht in die Handfläche einschmiegen möchte. Zumindest ist es sehr gewöhnungsbedürftig. Das Gleiche gilt für das „Scrollrad“, das kein Rad ist, sondern lediglich eine Sensorfläche, über die man sanft mit dem Finger hinwegfahren muss. Hat man zudem das Maus- und Tastatur-Center von Microsoft heruntergeladen und installiert, bietet diese Scrollfläche einige zusätzliche Funktionen - und ich sage gleich, ich habe sie samt und sonders abgeschaltet (was glücklicherweise per Software möglich ist).

Funktionalität, vielleicht...

Nachdem ich nämlich die normale Funktionalität weitgehend getestet hatte, wollte ich natürlich mehr wissen und war prompt angesichts offensichtlich fehlender Feinmotorik überfordert. Was kann man mit dem „Berührungsstreifen“, wie die Fläche offiziell heißt alles machen:

  • Vertikaler Bildlauf: OK, das sollte ein Scrollrad, respektive -streifen können. Macht er auch, wenn man sich auch erst einmal rein vom Gefühlserlebnis sehr umgewöhnen muss. Man bewegt eben nichts Mechanisches mehr, sondern streicht nur noch über eine Fläche. Urteil: gewöhnungsbedürftig.
  • Beschleunigter vertikaler Bildlauf: Jetzt wird es interessant. Zieht man den Finger mit etwas Schwung über die Fläche, bekommt auch der Scrollvorgang Schwung und die Seite gleitet sanft einige Sekunden lang nach oben oder unten. Dumm nur, wenn man gerade den Firefox-Browser nutzt und aus irgendwelchen Gründen den Finger auf der Steuerungstaste (Strg) liegen hat. Dann wird das Bild je nach Scrollrichtung plötzlich riesengroß oder winzig klein - weil eben „Strg-Scroll“ im Firefox einen Zoom zur Folge hat. Dies ist mir am Anfang recht häufig passiert. Urteil: Mit Vorsicht zu genießen.
  • Tippen: Eine Funktion, die es eigentlich ermöglichen soll, durch leichtes Antippen des Scrollstreifens am oberen oder unteren Ende, die Ansicht des gerade geöffneten Programms eine Seite nach ober oder unten zu blättern. Leider ist das nur graue Theorie. Ich habe die Stellen, wenn überhaupt, meist nur zufällig getroffen, was mit der Zeit einen gewissen Frust erzeugte und letztendlich dazu führte, dass ich dieses Feature ignoriert habe. Urteil: Fehlkonstruktion.
  • Vibration: Damit man eine haptische Rückmeldung des Scrollvorgangs bekommt, ist es möglich, eine leichte Vibration der Scrollfläche einzustellen. Urteil: Geschmackssache.
  • Bildlauf umkehren: Kehrt vertikalen und horizontalen Bildlauf um. Ich habe noch keinen wirklichen Nutzen in dieser Funktion gefunden. Urteil: überflüssig.
  • Auf mittlere Taste tippen: Eigentlich kann man hier über die Software eine Funktion hinterlegen (z.B. den Doppelklick), doch besteht damit das gleiche Problem, wie beim oben beschriebenen Tippen - man trifft einfach nicht. Daher Urteil: Funktioniert nicht.

Fazit

Ich verwende die Microsoft Arc Touch Mouse nun bereits einige Wochen und ich habe mich inzwischen an das eher ungewöhnliche Design gewöhnt. Auch wenn Microsoft etwas anderes schreibt, halte ich die Form nicht für sonderlich ergonomisch. Die meisten Funktionen der Software, die man von der Microsoft-Webseite herunterladen kann, schwanken zwischen gewöhnungsbedürftig und überflüssig. Obwohl die Maus durch das Gelenk für den portablen Einsatz sehr flach gemacht werden kann, prophezeie ich dem Knick keine übermäßig lange Lebensdauer. Auf jeden Fall ist für dieses Eingabegerät ein empfohlener Verkaufspreis von 69,99 Euro viel zu hoch, es sei denn, man ist bereit, für das ungewöhnliche und durchaus hochwertige Design den horrenden Preis zu zahlen. Die Funktionalität bleibt unter Abzug der sinnlosen und fehlkonstruierten Bestandteile am Ende doch nur die einer gewöhnlichen Maus - und die bekommt man ergonomischer schon für ab 10 Euro.

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